„In keiner anderen Brandenburger Region haben wir in den 25 Jahren seit Gründung der WFBB so viele Technologie- und Gründungsvorhaben begleitet wie in der Landeshauptstadt Potsdam. Das macht die Stadt zu einem Technologie-Hot-Spot im Land. Vor allem die Themen Medien, IT, Gesundheitswirtschaft und Geowissenschaften prägen den Standort Potsdam“, sagt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Brandenburg GmbH (WFBB), Dr. Steffen Kammradt. Anlässlich des 25jährigen Bestehens der WFBB zieht er eine Zwischenbilanz. 

In Potsdam hat die WFBB seit ihrer Gründung im Jahr 2001 insgesamt 1.939 Unternehmens-projekte mit 10.397 Arbeitsplätzen und einem Investitionsvolumen von 1.075,8 Milliarden Euro aktiv unterstützt. 1.514 Projekte richten sich auf Technologieförderung und Gründungen. Hinzu kommen 943 Beratungen zu Fach- und Arbeitskräften.

„Jahr für Jahr ist Potsdam ein Spitzenreiter in der WFBB-Projektbilanz. Potsdam punktet als Standort für Film und Medien, Software und IT, Life Sciences und Gesundheitswirtschaft. Schlüsselansiedlungen der 25 Jahre sind unter anderem das SAP Innovationcenter am Jungfernsee, das Volucap Studio in der Medienstadt Babelsberg sowie in der Gesundheitswirtschaft die Ansiedlungen des Schweizer Unternehmens Oviva. Potsdam profitiert zudem von der Innovationskraft des Hasso-Plattner-Instituts und der hohen wissenschaftlichen Exzellenz mit der Universität Potsdam, der Filmuniversität, der Fachhochschule sowie den außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Potsdam-Golm und auf dem Telegrafenberg. Besonders wertvoll: die Einricht8ungen kooperieren miteinander. So zum Beispiel das Fraunhofer Leistungszentrum Funktionsmaterialien am Standort Potsdam-Golm mit dem erfolgreichen Projekt ,Innovative Hochschule‘ der Universität Potsdam. Daraus entsteht ein starkes Entwicklungspotenzial für die Zukunft der Landeshauptstadt“, betont Dr. Kammradt.

„Trumpfkarten für die weitere Entwicklung sind neben Potsdam-Golm die Medienstadt und der künftige HPI-Campus in Babelsberg, der IT-Standort Campus Jungfernsee und das RAW-Gelände am Hauptbahnhof“, so Dr. Kammradt weiter. „Hier finden Technologieunternehmen geeignete Labor- und Gewerbeflächen und digital Arbeitende im CoWorking ihr zu Hause in Potsdam. Die Landeshauptstadt hat beste Voraussetzungen, ihre Rolle als Technologie-Hot-Spot in der deutschen Hauptstadtregion auf dieser Grundlage weiter auszubauen. Im aktuellen IW Regionalranking 2026 liegt Potsdam mit Rang 58 deutlich vor Berlin, das auf Rang 89 kommt.“

Beispiele für Unternehmensprojekte in Potsdam, die die WFBB seit 2001 aktiv begleitet hat:

Ansiedlungen/Investitionen:

Die DiGOS Potsdam GmbH errichtet in der Landeshauptstadt eine Produktionsstätte für Laser-Ranging-Stationen zur hochpräzisen Vermessung der Flugbahnen und Orbits von Satelliten und Weltraumschrott. Dafür schafft die DiGOS neue Arbeitsplätze im Hightech-Bereich.

Die Mitigant GmbH wurde von ehemaligen Doktoranden des Hasso-Plattner-Instituts gegründet. Das Unternehmen hat eine Software as a Service-Lösung für das Sicherheitsmanagement von Anwendungen in Cloud-Umgebungen entwickelt. Mit der 2024 erfolgten Ansiedlung in Potsdam Babelsberg sind eine Investition von mehr als 2,5 Millionen Euro und die Schaffung von 11 Arbeitsplätzen verbunden. 

Die Volucap GmbH eröffnete 2018 ihr volumetrisches Studio in Babelsberg — das erste seiner Art auf dem europäischen Festland. In einem volumetrischen Studio werden Menschen und Gegenstände von allen Seiten in allen Details erfasst, aber es entstehen keine klassischen Filmaufnahmen, sondern realgetreue, natürlich wirkende, authentische 3D-Darstellungen der Aufnahmeobjekte — sozusagen ein Echtzeit-3D-Scan. 2021 erweitert das Unternehmen in die Hochtechnologie ihres Studios.

Der weltweit agierende IT-Konzern SAP errichtet 2011 in Potsdam ein Innovationcenter. Damit verbunden sind 100 Arbeitsplätze und ein Investitionsvolumen von 14 Millionen Euro. 2014 baut SAP den Standort aus. Damit verbunden sind 100 Arbeitsplätze und ein Investitionsvolumen von 15 Millionen Euro – Startschuss für den „Campus Jungfernsee“

Das von Inhaber Christoph Miethke geführte gleichnamige Medizintechnik-Unternehmen zieht 2003/2004 von Kleinmachnow nach Potsdam. 2021 erweitert das Unternehmen die Betriebsstätte. Heute beschäftigt der Spezialist für die Herstellung von Implantaten zur genau dosierten Ableitung von Gehirnwasser für Patienten mit Hydrozephalus (Wasserkopf) rund 200 Mitarbeitende.

Die BIOCYC - Gesellschaft für Biotechnologie und Recyclingverfahren mbH & Co ist als erstes Unternehmen aus dem Potsdamer GO:IN (TGZ) ausgezogen und hat sich mit Fördermitteln aus dem GRW-G-Programm ein eigenes Gebäude errichtet. Das Biotechnologie-Unternehmen wurde mehrfach mit Innovations- und Digitalisierungsförderung unterstützt

Die Schweizer Oviva AG siedelt sich 2016 in Potsdam mit einer digitalen Ernährungsberatung an. Damit verbunden waren eine Investition von 4,5 Millionen Euro und 15 Arbeitsplätze. Dieses Ansiedlungsprojekt ist auf die verstärkten Brandenburger Akquisitionsaktivitäten in der Schweiz zurückzuführen. Zwei Jahre später entwickelte das Unternehmen eine Technologie für die medizinische Ernährungsberatung. Heute hat das Unternehmen in Potsdam rund 50 Mitarbeiter. 

Gründungen und Technologieförderung:

Das Sozialunternehmen Acker e.V. (ehemals Ackerdemia) entwickelt seit 2014 innovative Bildungsprogramme rund um nachhaltige Ernährung, Landwirtschaft und Umweltbildung. Mit Formaten wie „GemüseAckerdemie“ und „AckerRacker“ lernen Kinder in Schulen und Kitas praxisnah den Anbau von Lebensmitteln kennen. Mittlerweile erreicht Acker mehrere hunderttausend Kinder im deutschsprachigen Raum und wurde unter anderem mit dem KfW Award Gründen ausgezeichnet.

Das AgriTech-Unternehmen Stenon GmbH entwickelt seit 2018 mobile Echtzeit-Bodenanalysen für die Landwirtschaft. Mithilfe digitaler Sensorik und KI können Landwirte Bodenwerte direkt auf dem Feld messen – ohne Laboranalyse. Das Unternehmen konnte international expandieren und bislang mehr als 20 Mio. US-Dollar Venture Capital einwerben, unter anderem von Founders Fund, Cherry Ventures und The Production Board. Über 40 Mitarbeitende sind für das Unternehmen tätig.

Die CrewLinQ GmbH wurde 2022 gegründet und entwickelt ein digitales Ausfallmanagement für die Pflege- und Gesundheitsbranche. Die Softwarelösung soll mehr Transparenz, Fairness und Work-Life-Balance für Pflegende schaffen. 2023 sammelte das Startup einen siebenstelligen Betrag ein, u.a. mit Unterstützung von Brandenburg Kapital und Business Angels aus der Gesundheitsbranche. Das Unternehmen beschäftigt bereits mehr als 15 Mitarbeitende.

Das Unternehmen visionYOU GmbH ist seit 2017 als Kreativagentur für digitale Bildung am Markt und begleitet Kunden auf ihrem Weg zu digitalen und hybriden Bildungsangeboten – von der didaktischen Konzeption bis zur technischen Umsetzung. visionYOU entwickelt digitale Bildungsangebote, darunter Apps, E-Learnings in Virtual Reality, Film- und Eventformate. Das Unternehmen zählt derzeit 8 Mitarbeiter.

Das Startup Marktkost Lunch as a Service GmbH entwickelt 2020 in Potsdam in einem Gründungsprojekt die erste Kantine speziell für kleinere und mittlere Unternehmen. Das Essen wird in vakuumdichten Mehrweg-Gläsern geliefert – und damit erheblicher Verpackungsmüll gespart. Das Unternehmen hat 2020 die Startup-Days auf der Grünen Woche gewonnen.

Die Gründung der heutigen Wirtschaftsfördergesellschaft Brandenburg (WFBB) erfolgte im Jahr 2001, damals noch unter dem Namen ZAB ZukunftsAgentur Brandenburg. Die Bündelung von Ansiedlung, Technologieförderung, Außenwirtschaft und Energieberatung in der ZAB war ein Novum in Deutschland. Seit 2014 bietet Brandenburg mit der WFBB als erstes deutsches Bundesland neben der Wirtschaftsförderung auch Arbeitsförderung aus einer Hand.