- WFBB zieht Zwischenbilanz: 1.900 Arbeitsplätze in 25 Jahren -

„Der Barnim setzt starke Impulse für den Nordosten Brandenburgs. Besonders Bernau, Biesenthal und Eberswalde haben sich als Qualitätsstandorte für Unternehmensentwicklungen und Innovationen etabliert“, sagt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB), Dr. Steffen Kammradt, heute bei einem Besuch in Bernau. Anlässlich des 25jährigen Bestehens der WFBB zieht er eine Zwischenbilanz. 

Im Barnim hat die WFBB seit ihrer Gründung im Jahr 2001 insgesamt 398 Unternehmensprojekte mit 1.952 Arbeitsplätzen und einem Investitionsvolumen von 527,9 Millionen Euro aktiv unterstützt. Hinzu kommen 653 Beratungen zu Fach- und Arbeitskräften.

 „Wir freuen uns, dass wir die erfreuliche wirtschaftliche Entwicklung im Barnim gemeinsam mit unseren Partnern im Landkreis unterstützen konnten. Der Barnim ist eine starke und innovative Wirtschaftsregion. Zu den von der WFBB aktiv begleiteten Unternehmen zählen beispielsweise die Ansiedlung des Schweizer Holzbau-Unternehmens Timpla by Renggli in Eberswalde. Der Medizintechnik- und IT-Spezialist Meytec aus Werneuchen wurde bei der Entwicklung eines Rettungswagens speziell für Schlaganfall-Patienten unterstützt – das ‚Stroke-Einsatz-Mobil‘“, erklärte Dr. Kammradt. „Die WFBB begleitet Barnimer Unternehmen auch bei ihrer weiteren Entwicklung aktiv. Neben Ansiedlungen und Erweiterungsinvestitionen unterstützt die WFBB dabei im Landkreis viele Firmen auch bei Technologieentwicklungen sowie bei Vorhaben zur Fachkräftegewinnung und -entwicklung.“

„Besonders freuen wir uns auch über zwei Beispiele erfolgreicher polnischer Unternehmen im Barnim: dem Hersteller von Medizinprodukten TZMO in Biesenthal und der Großreinigung HTS Targatz in Eberswalde“, so Dr. Kammradt weiter.

TZMO aus Torún ist bereits seit Ende der 90er Jahre in Biesenthal tätig und hat seitdem umfassend erweitert. Der traditionsreiche Eberswalder Wäschereibetrieb Targatz GmbH ist 2016 vom polnischen Unternehmen Hollywood Textile Service (HTS) aus Scierpc (Masowien) vor der Schließung gerettet worden. Beide polnischen Firmenzentralen haben wir Rahmen unserer internationalen Mutterhausbesuche zusammen mit dem Brandenburger Wirtschaftsminister besucht und vor Ort Gespräche geführt.“

Die genannten Unternehmensprojekte:

Die Schweizer Renggli International AG siedelte sich 2022 in Eberswalde an und errichtetet ein Holzmodulwerk unter der Marke Timpla. Mit der erfolgreichen Ansiedlung waren Investitionen von 67 Millionen Euro und rund 100 Arbeitsplätze verbunden.

Der Medizintechnik-Spezialist Meytec in Werneuchen hat 2011 das Stroke-Einsatz-Mobil (STEMO) entwickelt. Die WFBB hat das Unternehmen vor allem im Bereich der Technologieförderung unterstützt. Diese „Stroke-Einsatz-Mobile“ (STEMO) sind bis heute in Berlin im Einsatz. Bereits am Einsatzort kann im STEMO die Untersuchung und ggf. Behandlung von Schlaganfall-Patienten begonnen werden. Damit wird wertvolle Zeit gewonnen.

Der polnische Spezialist für Medizinprodukte, TZMO, kam vor mehr als 20 Jahren nach Biesenthal und ist kontinuierlich am Standort gewachsen. Heute zählt das Unternehmen rund 130 Beschäftigte.

Die Wäschereich Targatz wurde 2016 von der Hollywood S.A. aus Scierpc (Masowien) aus der Insolvenz übernommen und dadurch vor der drohenden Schließung gerettet. Heute arbeiten über 60 Beschäftigte am Eberswalder Standort.

Beispiele für weitere Unternehmensprojekte, die die WFBB aktiv begleitet hat:

Das Unternehmen Dryad Networks hat sich 2021 in Eberswalde mit der Entwicklung einer sensorgestützten Technologie zur Früherkennung von Waldbränden gegründet. Seit 2024 entwickelt Dryad Networks zusätzlich ein autonomes Drohnensystem zur Waldbrand-Früherkennung. Die Projekte von Dryad werden von der WFBB im Bereich der Technologie-förderung unterstützt. 

Die Ardelt Kranbau GmbH in Eberswalde ist Weltmarktführer für Doppellenkerkrane sowie Brückenkrane mit langer Tradition. Nach der Insolvenz in 2022 folgte 2023 die Neugründung. 
Die WFBB freut sich über die Entwicklung des Unternehmens: Die Auftragslage ist positiv und aktuell zählt die Belegschaft 75 Beschäftigte. Ein weiterer Ausbau ist angestrebt. 

Seit 2018 produziert das Unternehmen M&R Filtermedien in Basdorf. Derzeit sind dort etwa 30 Mitarbeiter beschäftigt. Die WFBB arbeitet mit dem Unternehmen seit vielen Jahren in der Innovationsförderung zusammen.  Aktuell nutzt das Unternehmen das Förderprogramm BIG Digital. 

Das Startup-Unternehmen ecoLocked hat in Bernau seit 2022 eine Anlage samt Labor aufgebaut, die Biokohle in einen Zusatzstoff für Beton verwandelt. Dieser Zuschlagsstoff ist für den Einsatz bei der Herstellung von Fertigteilen aus Beton vorgesehen. Unterstützt durch die WFBB ist das Projekt mit einer BIG-FuE-Förderung gefördert worden.

Die Gründung der heutigen Wirtschaftsfördergesellschaft Brandenburg (WFBB) erfolgte im Jahr 2001, damals noch unter dem Namen ZAB ZukunftsAgentur Brandenburg. Die Bündelung von Ansiedlung, Technologieförderung, Außenwirtschaft und Energieberatung in der ZAB war bereits damals ein Novum in Deutschland. Seit 2014 bietet Brandenburg mit der WFBB als erstes deutsches Bundesland neben der Wirtschaftsförderung auch Arbeitsförderung aus einer Hand. Im Jahr 2026 ist die Energie- und Klimaagentur Brandenburg hinzugekommen.