Rund um den BER boomt die Wirtschaft
- WFBB-Zwischenbilanz: 18.000 Arbeitsplätze in LDS und TF in 25 Jahren -
„Die Landkreise Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming haben sich zu einer starken Wirtschaftsregion entwickelt. Sie wird geprägt von Global Playern wie Rolls Royce, MTU, Red Bull, Mercedes oder Microvast sowie einem breiten innovativen Mittelstand. Die wirtschaftliche Dynamik wird mitgetragen durch den BER. Der BER strahlt weit über die Kreisgrenzen hinaus und macht die Region zu einem Wachstumsmotor in Brandenburg“, sagt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB), Dr. Steffen Kammradt, heute bei einem Besuch in Königs Wusterhausen. Anlässlich des 25jährigen Bestehens der WFBB zieht er eine Zwischenbilanz.
In Dahme Spreewald hat die WFBB seit ihrer Gründung im Jahr 2001 insgesamt 644 Unternehmensprojekte mit 5.550 Arbeitsplätzen und einem Investitionsvolumen von 1,4 Milliarden Euro aktiv unterstützt. Hinzu kommen 823 Beratungen zu Fach- und Arbeitskräften.
In Teltow-Fläming hat die WFBB seit ihrer Gründung im Jahr 2001 insgesamt 710 Unternehmensprojekte mit 12.708 Arbeitsplätzen und einem Investitionsvolumen von 5,1 Milliarden Euro aktiv unterstützt. Hinzu kommen 712 Beratungen zu Fach- und Arbeitskräften.
„Dahme-Spreewald und Teltow Fläming belegen in den Wirtschaftsrankings regelmäßig Plätze in der Spitzengruppe. Das hat gute Gründe: Entlang der Autobahnachse und rund um den Flughafen BER haben sich starke, innovative Unternehmen angesiedelt. Der BER selbst ist einer der größten Arbeitgeber und schafft zugleich den Rahmen für vielen weitere Unternehmen im Landkreis LDS. Das Güterverkehrszentrum in Großbeeren zählt zu den besten in Deutschland und Europa. Ludwigsfelde, einer der Wachstumskerne im Land Brandenburg, boomt. Als einziger Landkreis hat Teltow-Fläming sogar einen zweiten Wachstumskern: Luckenwalde mit dem erfolgreichen Biotechnologiepark. Und auch das Holzzentrum in Baruth gehört zu den Erfolgsgeschichten der Region“, betont Dr. Kammradt.
Eine Besonderheit im Flughafenumfeld des BER ist das länderübergreifende „Airport Region Team“ (ART) von WFBB und Berlin Partner, das weltweit für das wirtschaftliche Umfeld des Flughafens wirbt. „Brandenburg und Berlin verstehen sich als Partner in der Flughafenregion und vermarkten sie deshalb gemeinsam“, hebt Dr. Kammradt hervor.
Beispiele für Unternehmensprojekte im Landkreis Dahme-Spreewald, die die WFBB seit 2001 aktiv begleitet hat:
Die Dachser GmbH & Co. KG errichtet 2005 in Schönefeld ein zentrales Logistikzentrum für die Hauptstadtregion mit 550 Arbeitsplätzen. 2013 erweitert das Unternehmen die Kapazitäten. Damit verbunden sind eine Investition von 14,3 Millionen Euro und 115 neue Arbeitsplätze. Seither ist das Unternehmen kontinuierlich gewachsen und beschäftigt heute 500 Mitarbeitende.
2008 nimmt das Werk der Emsland Aller Aqua zur Herstellung von Stärke, Proteinen und Fischfutter in Golßen den Betrieb auf. Die dänische Aller Aqua und die Emsland Group hatten zwei Jahre vorher das gemeinsame Unternehmen in Golßen gegründet. Rund 24 Millionen Euro werden in den Aufbau des Standortes investiert. 11 Jahre später bekommt Emsland Aller Aqua mit der Ansiedlung der japanischen Fuji Oil einen passenden Produktpartner als Nachbarn.
Das japanische Ernährungswirtschaftsunternehmen Fuji Oil errichtet 2019 in Golßen eine Produktionsanlage für Nahrungsergänzungsmittel. Das Unternehmen siedelt sich auf dem Gelände von Emsland-Stärke an und wird die dort produzierten Erbsenfasern auf direktem Weg weiterverarbeiten. Damit verbunden sind ein Investitionsvolumen von 15 Millionen Euro und mehr als 20 neue Arbeitsplätze. Die WFBB führte Gespräche über das Ansiedlungsprojekt u.a. vor Ort in der Firmenzentrale in Osaka.
Die Lufthansa Technik AG errichtet 2010 in Schönefeld eine neue Wartungshalle. Damit verbunden sind ein Investitionsvolumen von 18 Millionen Euro und 56 Arbeitsplätze.
Florida Turbine Technologies (heute FTT Deutschland GmbH) siedelt sich 2012 in Wildau mit einem Büro für die Entwicklung und Fertigung hoch effizienter Komponenten für Gasturbinenprototypen-Untersuchungen an. Damit verbunden ist die Schaffung von 14 Arbeitsplätzen.
Die Unitax-Pharmalogistik bündelt 2013 in Schönefeld ihre Logistikaktivitäten der deutschen Hauptstadtregion. Damit verbunden sind eine Investition von 8,5 Millionen Euro und 13 Arbeitsplätze. Das Unternehmenswachstum hat sich mit zwei großen Investitionen in Großbeeren und nochmals in Schönefeld bis heute fortgesetzt.
2019 gründet die Florafilt Luftreiniger GmbH in Bersteland und entwickelt biologische Luftreiniger insbesondere für Büroräume, die die Luft befeuchten und Schadstoffe mittels Pflanzen herausfiltern. Die Luftreiniger sehen aus wie Zimmerpflanzen, haben aber ein Vielfaches der positiven Wirkungen.
Die Alberding GmbH aus Wildau entwickelt 2020 zusammen mit verschiedenen Häfen und anderen Partnern eine Informationsplattform zur Erhöhung der Effizienz von Transportvorgängen als weiteren Baustein auf dem Weg zum automatisierten und vernetzten Fahren auf der Spree-Oder-Wasserstraße.
Das Biotechnologie-Unternehmen Seramun Diagnostica GmbH erweitert 2020 den Produktionsstandort in Wolzig. In den Aufbau eines hochmodernen Produktionsgebäudes investiert Seramun gut zehn Millionen Euro und wird dabei mit 1,06 Millionen Euro vom Land unterstützt. Mit der Investition sind 22 neue Arbeitsplätze verbunden.
Die PFABO GmbH, eine Ausgründung aus der TH Wildau, entwickelt 2020 ein PFAndBOxensystem für den mit strengen Hygienevorschriften versehenen Frischebereich des Lebensmitteleinzelhandels.
Im Jahr 2024 baut die Hemafund Europe GmbH in Wildau eine Biobank für menschliche Zellen und Gewebe auf.
Der Landkreis Dahme-Spreewald zieht auch immer mehr Berliner Produktionsunternehmen an, so zum Beispiel den Werkzeughersteller Franke Tools, die Medizinprodukte wie Kanülen herstellende Robert Helwig GmbH, den BHK Anlagenservice oder Nautilus Hausboot (alle Königs-Wusterhausen).
Beispiele für Unternehmensprojekte im Landkreis Teltow-Fläming, die die WFBB seit 2001 aktiv begleitet hat:
Die MTU erweitert 2010 den Standort in Ludwigsfelde um zusätzliche Kapazitäten in der Wartung. Damit verbunden sind ein Investitionsvolumen von 33 Millionen Euro und 148 Arbeitsplätze. 2018 baut MTU zusätzlich einen Logistik-Stützpunkt in Ludwigsfelde auf. Damit verbunden sind ein Investitionsvolumen von 10, 9 Millionen Euro und 125 Arbeitsplätze.
Rolls-Royce zählt zu den wichtigsten Herstellern von Flugzeugtriebwerken weltweit und ist ein Ankerinvestor im Landkreis. Derzeit baut das Unternehmen den Standort in Dahlewitz aus. Aktuell arbeiten bei Rolls Royce etwa 2500 Menschen.
Der auf Nischen in Klein- und Sonderserien spezialisierte Fahrzeughersteller Brabus Automotive erweitert sein Portfolio und startet in Ludwigsfelde den Aufbau von hochwertigen Caravan-Ausbau- und Individualisierungskomponenten. Diese bieten höchsten Komfort, herausragende Technik und luxuriöses Design: Damit verbunden ist die Schaffung von 50 Arbeitsplätzen.
Die Siemens AG errichtet 2013 innerhalb ihres Energy Sectors in Ludwigsfelde ein Testzentrum für die Erprobung von Gasturbinen und Verbrennungsmotoren. Damit verbunden sind ein Investitionsvolumen von 66 Millionen Euro und 25 neue Arbeitsplätze. Drei Jahre vorher hatte Siemens in Ludwigsfelde bereits ein Logistikzentrum errichtet. Aktuell betreibt Siemens Energy in Ludwigsfelde mit dem „Clean Energy Center“ ein Testzentrum für die Entwicklung von sparsamen Gasturbinen. In Zusammenarbeit mit der auf Messtechnik und Sensorik spezialisierten Prignitz Mikrosystemtechnik GmbH aus Wittenberge forscht das Unternehmen derzeit zur optimalen Mischung von Wasserstoff und Erdgas. Das Verbundprojekt wird aus dem Förderprogramm ProFIT Brandenburg unterstützt
In Großbeeren errichtet die Goodman Germany GmbH 2016 ein Dienstleistungszentrum für Kontraktlogistik. Damit verbunden sind eine Investition von 15 Millionen Euro und 130 Arbeitsplätze.
2017 errichtet Lidl in Ludwigsfelde ein Logistikzentrum. Damit verbunden sind ein Investitionsvolumen von 35,4 Millionen Euro und 500 Arbeitsplätze.
Weiterer Paukenschlag in Ludwigsfelde: 2019 errichtet die Deutsche Post DHL Group hier ein zentrales Paketzentrum, investiert 92 Millionen Euro und schafft 600 Arbeitsplätze.
In Baruth investiert der Laminatspezialist Classen Industries 2022 rund 40 Millionen Euro in die Erweiterung seiner Produktions- und Logistikkapazitäten und schafft 31 neue Arbeitsplätze. Bereits 2015 hatte das Unternehmen am Standort fast 50 Millionen Euro investiert.
Das österreichische Unternehmen Binderholz baut 2022 ebenfalls in Baruth eine Schnittholzsortieranlage auf. Damit verbunden sind eine Investition von 5,1 Millionen Euro und 15 Arbeitsplätze. Bereits 2019 wurden knapp 10 Millionen Euro in neue Trocknungsanlagen zur effizienten Wärmenutzung investiert. Heute zählt das Unternehmen in Baruth 370 Beschäftigte.
Die Chiracon GmbH entwickelt seit 1998 im Biotechnologiepark Luckenwalde Wirkstoffe für die internationale Pharma-Industrie. Am 3. August 2023 erfolgt der erste Spatenstich der neuen Produktionsstätte.
Der Online-Supermarkt Picnic errichtet 2023 in Ludwigsfelde einen Standort. Picnic setzt in seinem innovativen Lieferkonzept Elektro-Fahrzeuge ein. Das Unternehmen investiert im ersten Schritt 5 Millionen Euro und schafft 500 neue Arbeitsplätze. Auch in anderen Brandenburger Städten wie Cottbus und Hoppegarten hat das Unternehmen inzwischen Logistik-Hubs eröffnet. Mit der Investition setzt sich die Erfolgsgeschichte nachhaltiger Logistik in Brandenburg fort.
Helaxa Pharma baut 2023 im Biotechnologiepark Luckenwalde eine Betriebsstätte zur Produktion von Heparin auf. Damit verbunden sind eine Investition von 49,5 Millionen Euro und 40 Arbeitsplätze. Bereits 2016 hatte die britische LGC den Standort im Biotechnologiepark erweitert und mehr als 6 Millionen Euro investiert. LGC beschäftigt heute 250 Menschen am Standort. Insgesamt sind im Biotechnologiepark Luckenwalde heute 18 Unternehmen mit insgesamt 700 Beschäftigten beheimatet.
Das österreichische Unternehmen Anton Paar Germany GmbH, spezialisiert auf die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Mess- und Laborgeräten für die Industrie, erweitert 2024 seinen Standort in Blankenfelde- Mahlow. Damit verbunden sind eine Investition von 16 Millionen Euro und die Schaffung von mindestens 20 neuen Arbeitsplätzen.
Der Lebensmittel-Großhändler Chefs Culinar eröffnet Anfang 2026 eine Niederlassung in Ludwigsfelde – den nach Unternehmensangaben modernsten Standort bundesweit. Die Mitarbeiterzahl soll in der Endausbaustufe 650 betragen.
In Ludwigsfelde siedelt sich 2020 der amerikanische Batteriehersteller-Spezialist Microvast mit seiner Europa-Zentrale und den betrieblichen Funktionen Produktion und Logistik an. Im Rahmen dieses Vorhabens kündigte das Unternehmen an, 43 Millionen Euro in den Standort zu investieren und ca. 250 Arbeitsplätze in der Endausbaustufe aufzubauen.
Die Gründung der heutigen Wirtschaftsfördergesellschaft Brandenburg (WFBB) erfolgte im Jahr 2001, damals noch unter dem Namen ZAB ZukunftsAgentur Brandenburg. Die Bündelung von Ansiedlung, Technologieförderung, Außenwirtschaft und Energieberatung in der ZAB war ein Novum in Deutschland. Seit 2014 bietet Brandenburg mit der WFBB als erstes deutsches Bundesland neben der Wirtschaftsförderung auch Arbeitsförderung aus einer Hand.
Kontakt
WFBB, Fotograf: Andreas Schöttke