- WFBB zieht Zwischenbilanz: 4.700 Arbeitsplätze in 25 Jahren -

 

„Der Landkreis Oberhavel ist bei Unternehmen gefragt. Das Kreisprofil wird geprägt von großen, weltweit tätigen Unternehmen wie Takeda und Orafol in Oranienburg, Stadler in Velten, Riva und Alstom in Hennigsdorf sowie einem breiten innovativen Mittelstand. Die wirtschaftliche Dynamik strahlt über die Kreisgrenzen hinaus und macht OHV zu einem Wachstumsmotor im Norden Brandenburgs“, sagt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB), Dr. Steffen Kammradt, heute bei einem Besuch in Oranienburg. Anlässlich des 25jährigen Bestehens der WFBB zieht er eine Zwischenbilanz.

In Oberhavel hat die WFBB seit ihrer Gründung im Jahr 2001 insgesamt 686 Unternehmens-projekte mit 4.780 Arbeitsplätzen und einem Investitionsvolumen von 1,1 Milliarden Euro aktiv unterstützt. Hinzu kommen 624 Beratungen zu Fach- und Arbeitskräften. 

„Die hohe wirtschaftliche Dynamik ist ein großer Pluspunkt für Oberhavel“, betont Dr. Kammradt. „In OHV sind Flaggschiffe der Hauptstadtregion wie die japanische Takeda Pharmaceutical, das weltweit agierende Familienunternehmen Orafol oder große Unternehmen der Schienenverkehrstechnik tätig. Hinzu kommt ein breites Feld innovativer mittelständischer Unternehmen. So hat sich in OHV beispielsweise eine lebendige Life Sciences-Szene mit starken Kompetenzen vor allem in der Diagnostik etabliert.“

Die Dynamik im Landkreis OHV habe in den vergangenen Jahren auch immer mehr mittelständische Berliner Unternehmen angezogen. „Im jüngsten Regionalranking des Instituts der deutschen Wirtschaft hat Oberhavel hervorragend abgeschnitten und zählt mit einem Aufstieg um mehr als 25 Plätze zu den Gewinnerregionen in Deutschland. Wir freuen uns, gemeinsam mit unseren Partnern im Landkreis und im Regionalen Wachstumskern diese positive Entwicklung weiter zu unterstützen.“, erklärt Dr. Kammradt.

Beispiele für Unternehmensprojekte, die die WFBB in OHV aktiv begleitet hat (chronologisch):

Eines der ersten Investitionsvorhaben nach Gründung der WFBB war 2002 die Ansiedlung des Schweizer Bahntechnikunternehmens Stadler Rail in Velten. Der Unternehmer Peter Spuhler hatte den damals kleinen Betrieb 1989 in der Schweiz übernommene und zu einer großen Erfolgsgeschichte entwickelt: Die Zahl der Beschäftigten beträgt heute weltweit fast 17.000! Auch der Standort Velten und später Hennigsdorf wuchsen mit auf heute rund 130 Beschäftigte.

Ebenfalls in 2002 unterstützt die WFBB eine Erweiterung des Familienunternehmens Orafol in Oranienburg. Der Unternehmer Holger Loclair hat mit dem Unternehmen, dem er schon seit den 70er Jahren angehört, ebenfalls eine einzigartige Erfolgsgeschichte geschrieben: Das Unternehmen ist heute international aufgestellt und beschäftigt weltweit rund 3.000 Mitarbeiter, davon rund 1.300 im Stammwerk in Oranienburg. Aktuell investiert das Unternehmen in Oranienburg 100 Millionen Euro in den Bau einer neuen Produktionshalle. Damit verbunden sind die Schaffung von 50 bis 70 neuen Arbeitsplätzen. Bis 2030 will die Firma am Stammsitz insgesamt rund 235 Millionen Euro investieren. 

Die Arzneimittelproduktion in Oranienburg blickt auf eine Tradition von mehr als 130 Jahren. Der japanische Pharmakonzern Takeda übernimmt 2011 die Produktionsstätte von Nycomed (bis 20087: Altana) und baut diese in den Folgejahren mehrfach aus. Über 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen heute feste Arzneimittelformen, Tabletten und Kapseln her. Am Standort befindet sich auch eine Pilotproduktion für klinische Entwicklungsprojekte. 

2010 siedelt sich die Körber & Körber GmbH Präzisionsmechanik aus Berlin in Birkenwerder an. Das familiengeführte Unternehmen stellt hochpräzise Dreh- und Stanzteilen für die Automobil-industrie her. 2017 wurde Körber & Körber mit dem Zukunftspreis Brandenburg ausgezeichnet. Es beschäftigt heute 35 Mitarbeiter.

Im selben Jahr erweitert Fude + Serrahn sein Werk zur Herstellung von Milchpulver in Gransee, investiert 25 Mio. Euro und schafft 40 neue Arbeitsplätze.

REWE errichtet 2011 ein großes Logistikzentrum in Oranienburg. Damit verbunden sind ein Investitionsvolumen von 60 Millionen Euro und 180 Arbeitsplätze. 2020 erweitert REWE den Standort und investiert 68 Millionen Euro – unter anderem in den Bau drei neuer Hallen.

Rheinzink baut in Hennigsdorf (Kreis Oberhavel) 2013 ein Produktions- und Verwaltungsgebäude. Damit verbunden sind Investitionen von 3,6 Millionen Euro. 

Im selben Jahr übernimmt das niederländische Unternehmen Theobroma B.V. das ehemalige „Rau-Werk“ (Margarinefabrik) in Velten und baut dort die Produktion von Kakaoerzeugnissen auf. Damit verbunden sind eine Investition von 13,6 Millionen Euro und die Schaffung von 19 Arbeitsplätzen.

Der Leder- und Textilpflegespezialist Collonil kehrt 2013 an seinen Stammsitz in Mühlenbeck zurück und vertreibt von dort seine gesamte Produktpalette weltweit. Damit verbunden sind eine Investition von 500.000 Euro und 8 Arbeitsplätze.

Die Berliner Milch & Käse Manufaktur (MINOA) errichtet 2017 in Velten eine Bio-Molkerei und Bio-Käserei zur Verarbeitung von Schafs-, Ziegen- und Kuhmilch. Damit verbunden sind ein Investitionsvolumen von 12 Millionen Euro und 27 Arbeitsplätze. 

Der Marktführer bei Frankiermaschinen, Francotyp-Postalia, errichtet 2019 in Hennigsdorf ein Shared Service Center für europäische Tochtergesellschaften. Damit verbunden sind 120 Arbeitsplätze.

Die Pantherna Therapeutics GmbH wurde 2017 in Hennigsdorf gegründet und hat sich von einem regionalen Forschungs-Startup für Gefäßerkrankungen zu einem Schlüsselspieler für europäische High-Tech-Krebsbehandlungen entwickelt. 

UGA Biopharma wurde 2009 in Hennigsdorf gegründet. Mit seinem internationalen Expertenteam hat sich das Unternehmen auf die Entwicklung monoklonaler Zelllinien für die Herstellung von Biologika und Biosimilars spezialisiert und begleitet Unternehmen von der Zelllinienentwicklung über die Bioprozessgestaltung bis hin zur Konzeption von Aufreinigungs- und Analyseverfahren.

Die Gründung der heutigen Wirtschaftsfördergesellschaft Brandenburg (WFBB) erfolgte im Jahr 2001, damals noch unter dem Namen ZAB ZukunftsAgentur Brandenburg. Die Bündelung von Ansiedlung, Technologieförderung, Außenwirtschaft und Energieberatung in der ZAB war ein Novum in Deutschland. Seit 2014 bietet Brandenburg mit der WFBB als erstes deutsches Bundesland neben der Wirtschaftsförderung auch Arbeitsförderung aus einer Hand.