Coworking setzt wichtige Impulse in den Regionen
„Coworking und digitales Arbeiten sind zu einem der spannendsten Themen moderner Wirtschaftsförderung geworden - und bieten dem ländlichen Raum neue Entwicklungsperspektiven. Brandenburg erlebt ein ‚digitales Comeback des Landlebens‘“, erklärt Dr. Steffen Kammradt, Geschäftsführer der Wirtschafts-förderung Brandenburg, anlässlich eines Treffens der WFBB mit Coworkern aus der Uckermark heute in Angermünde.
„Brandenburg hat die Chance, zu einem neuen Digitalzentrum aufzusteigen. Hier entsteht das zweite große Data-Center Cluster in Deutschland nach der Rhein/Main-Region. Hinzu kommen viele Formen der digitalen Anwendung – von eHealth bis zum Testzentrum der DEKRA für Autonomes Fahren. Doch die Digitalisierung ist nicht nur ein Thema für Tech-Unternehmen. Sie bietet enormes Entwicklungspotenzial auch für Unternehmen, Beschäftigte und Selbständige im ländlichen Raum. Digital Arbeitende sind standortunabhängig und suchen sich die schönsten Plätze im Land. Sie beleben Dorfkerne, Bauernhöfe und Kreativscheunen. Beschäftigte können in Coworking-Spaces arbeiten, statt weit zu pendeln. Wir erleben dadurch ein ‚digitales Comeback des Landlebens‘ in Regionen“, so WFBB-Geschäftsführer Dr. Steffen Kammradt weiter.
„Ich glaube, eine große Chance von Coworking in Brandenburg liegt darin, dass wir vor Ort wieder vermehrt zusammenkommen. Es geht nicht nur um einen Platz zum Arbeiten, sondern darum, Menschen miteinander zu verbinden und Netzwerke wachsen zu lassen. Gleichzeitig gibt Coworking Menschen im ländlichen Raum die Möglichkeit, dort zu arbeiten, wo sie leben, statt jeden Tag in die Großstadt zu pendeln. So können wir Kaufkraft vor Ort halten und unsere Kleinstädte auch unter der Woche beleben. Genau dazu möchte ich mit der Alten Apotheke in Angermünde beitragen: mit einem Ort, der Arbeit und Begegnung verbindet“, sagt Anne Dahlmann, Gründerin des Coworking-Spaces in der Alten Apotheke in Angermünde.
In Brandenburg bestehen rund 100 digitale Orte. Der Großteil sind Coworking Spaces, doch auch Gründungszentren, digitale Bildungsorte wie Makerspaces und Fab Labs sowie sogenannte Workation- und Retreatorte und Kreativorte zählen mit dazu. Sie gelten als wichtige Anknüpfungspunkte für innovative Wachstumsbranchen, Startups, Gründende und Selbstständige sowie als Impulsgeber für zivilgesellschaftliches Engagement, neue Wege der Daseinsvorsorge und innovative Regionalentwicklung.
Zu den bekanntesten digitalen Orten zählen das Coconat in Bad Belzig, der Verstehbahnhof Fürstenberg und das KreativWerkR6 in Hennigsdorf, aus dem wiederholt erfolgreiche Startups hervorgehen. Im Sommer 2019 veranstaltete die Stadt Wittenberge mit Unterstützung der WFBB den Digitalsommer Prignitz, der hunderte Interessierte anlockte.
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WFBB, Fotograf: Andreas Schöttke