Der US-Elektroautobauer Tesla ist mit gut 11.000 Beschäftigten bereits das größte Industrieunternehmen in Brandenburg. Jetzt baut die Gigafactory in Grünheide weiter aus: Das Unternehmen will dafür weitere knapp 250 Millionen US-Dollar investieren. In Brandenburg sollen künftig auch Batteriezellen produziert werden. Damit wird nach Aussage von Tesla voraussichtlich ab dem kommenden Jahr von der Batteriezelle bis zum fertigen Elektrofahrzeug alles am Standort Grünheide produziert. Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement sieht in der Ankündigung einen wichtigen Kontrapunkt zur Debatte über Unsicherheiten, wirtschaftliche Risiken und sinkende Industrieproduktion. „Deutschland ist weiterhin in der Lage, große industrielle Investitionen anzuziehen“, sagte Klement. 

Der Aufbau der Batteriezellenfertigung wird auch mit weiteren Arbeitsplätzen einhergehen. Insgesamt steigt der Personalbedarf in dem Bereich nach Angaben des Unternehmens von derzeit 450 auf rund 2.000 Mitarbeitende. 350 davon sollen noch in diesem Jahr eingestellt werden. „Tesla ist ein Beispiel für die erfolgreiche Transformation in der Autoindustrie, die wir vorantreiben und verbreitern wollen. Dazu haben Tesla und die neue Wertschöpfungskette den Brandenburger Industrieumsatz signifikant gesteigert – wir sind zu einem starken Autoland in Deutschland geworden“, betonte WFBB-Geschäftsführer Dr. Steffen Kammradt.

Laut Tesla soll künftig alles an einem Standort produziert werden: von der Batteriezelle bis zum fertigen Elektrofahrzeug. Das sei einzigartig in Europa und stärke zudem die Resilienz der Lieferketten, teilte das Unternehmen mit. Derzeit werden in Brandenburg nur Batterie-Komponenten produziert. Die Zellen werden in den USA gefertigt und kommen nach Deutschland. Laut Tesla-Werksleiter André Thierig passe das Vorhaben zu den aktuellen Wachstumsplänen, „wo wir sicherstellen wollen, dass wir genügend Zellen, genügend Batterien in Zukunft haben werden für die Vergrößerung unserer Produktion auf der Fahrzeugseite“.

Erst vor zwei Wochen hatte die Tesla-Geschäftsführung bekannt gegeben, die Fahrzeugproduktion ab dem Sommer um 20 Prozent auf 6.000 Fahrzeuge pro Woche zu steigern. Dafür sollen 1.000 weitere Mitarbeitende für die Autofertigung in Grünheide eingestellt werden. Die Produktions- und Zulassungszahlen waren zwischenzeitlich gesunken, nun sieht Tesla eine Trendwende. Zusammen mit dem angekündigten Personalbedarf für die Batteriezellenfertigung könnten in Grünheide insgesamt rund 2.500 neue Stellen entstehen.