Mega-Ansiedlungserfolg für die Lausitz: Die Schwarz-Gruppe, zu der die Marken Lidl und Kaufland gehören, baut einen großen Rechenzentrumskomplex in Lübbenau (Oberspreewald‑Lausitz). Es handele sich um die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte, sagte Christian Müller, Co-Vorstandschef von Schwarz Digits - der Digital-Sparte des Konzerns - beim Spatenstich auf der Baustelle in Lübbenau.

Wirtschaftsminister Daniel Keller betont: „Mit dieser Investition wird Brandenburg endgültig zu einem der führenden IT-Standorte Deutschlands. Die Zukunft der digitalen Souveränität Europas beginnt hier.  Zugleich ist das ein Meilenstein für die wirtschaftliche Entwicklung Brandenburgs. Mit der Ansiedlungsentscheidung und der enormen Investitionssumme unterstreicht die Schwarz-Gruppe die Bedeutung Brandenburgs und damit der gesamten Hauptstadtregion als moderner und zukunftsweisender Wirtschaftsstandort der Digitalwirtschaft.“

Der erste Bauabschnitt des „Schwarz Digits Datacenter“ soll bis Ende 2027 fertiggestellt werden. Das Rechenzentrum wird nach Angaben des Unternehmens im Regelbetrieb mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben. Die Anlage wurde mit einer Anschlussleistung von zunächst rund 200 Megawatt geplant und ist in zwei Bauabschnitten modular erweiterbar.

Bis zu 100.000 KI-Spezialchips (GPUs) können dadurch künftig im Rechenzentrum in Lübbenau installiert werden. Zum Vergleich: Das neue Rechenzentrum, das die Deutsche Telekom und Nvidia derzeit in München bauen, soll mit 10.000 GPUs laufen.

In dem Rechenzentrum in Lübbenau sollen die Spezialchips auch für das Training großer Modelle mit KI-Inferenz eingesetzt werden. Das sind Computermodelle, die darauf trainiert wurden, viele Informationen zu verstehen und daraus sinnvolle Vorhersagen oder Antworten zu machen.

Großer Vorteil für die Region: Die Abwärme der Rechner soll in das Fernwärmenetz des regionalen Energieversorgers Süll eingespeist und an die Fernwärmekunden in Lübbenau und Umgebung verteilt werden. Der Standort in Lübbenau, ein ehemaliges Kraftwerksgelände, bietet die besten Voraussetzungen dafür.

Im neuen Rechenzentrum in Lübbenau werden zunächst eigene Daten der Schwarz-Gruppe verarbeitet - also Daten aus Liefer- und Bestellprozessen, Bezahlvorgängen und Kundenbindungsprogrammen. Im zweiten Schritt sollen Speicher und Rechenleistung auch externen Kunden angeboten werden. Für den Standort Lübbenau spricht, dass es dort eine exzellente Stromversorgung gibt. Die Schwarz-Gruppe kann dabei die Infrastruktur nutzen, die einst für ein Braunkohlekraftwerk gebaut wurde. Das Kraftwerk wurde im Sommer 1996 stillgelegt. Die Anbindung an das Stromverteilungs- und Übertragungsnetz ist noch vorhanden und funktioniert bestens, ebenso der Zugang zum Fernwärmenetz.

Gut versorgt ist die Stadt auch mit einer Glasfaseranbindung. So betreibt die Deutsche Telekom einen größeren Verteilknoten in der Lübbenauer Neustadt. Und da sich die Daten in einer Glasfaserleitung in Lichtgeschwindigkeit bewegen, spielen auch Entfernungen wie die 100 Kilometer nach Berlin keine größere Rolle.